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26 games – T wie Terranigma

“Mama,… bekommen wir heute geschnetzelte Geoblaster?”

terranigma

26 games ist ein Projekt von arrcade.de – jeden Sonntag gibt es einen Buchstaben, der für den Anfangsbuchstaben eines Spiels steht. Egal ob Anekdote, Video, Gedicht oder Gedanke – alles ist erlaubt. Heute: T wie Terranigma. Ein Spot-On.

Böses tun. Böses verhindern. In kaum einem Spiel für die SNES Konsole wurde die Frage nach dem Falschen und der Gerechtigkeit so hart beleuchtet wie in Terranigma. Mich und meine Freunde hat das im Kindesalter geprägt – und zwar sehr stark.

Wir befinden uns im beschaulichen Krysta. Einer Stadt, über die wir sonst genaueres nichts wissen. Wir sind ein junger Held auf der Suche nach Abenteuern, Leichtsinn und Gefahr und sind deswegen im Dorf schon bekannt. Das kleine “enfant terrible” eben. Eines Tages reizt uns, durch unsere Freunde angestachelt, eine Tür im Keller des Sehers, die uns verschlossen bleibt. Alle fragen sich wer stark genug ist, die Tür zu öffnen und mutig genug, durch sie hindurch zu gehen. Wie der Gruppenzwang es also von uns verlangt, sind wir es, der die Tür öffnet. Und zwar mit fatalen Folgen: Wir lassen Fluffy, das kleine gnubblige Feengeschöpft aus der versiegelten Truhe im Keller, woraufhin die Bevölkerung der gesamten Welt zu Stein erstarrt.

Wir haben also Böses angerichtet, uns wird vom Ältesten jedoch verziehen, wenn wir das Vergangene ungeschehen machen. Das Spiel lässt einem dabei wirklich kaum eine Stadt von Weltrang offen, die nicht besucht werden kann. Selbst Stockholm muss von einer zombieartigen Invasion befreit werden. Dabei switchen wir permanent zwischen der Unterwelt, aus der wir eigentlich stammen – und der Oberwelt.  Im Laufe des Spiels werfen sich gewaltige Fragen auf: Für wen arbeite ich hier eigentlich? Wer ist hier gegen wen? Wer lügt mich an und wer bin ich überhaupt? Ein Spiel, das einem beim Spielen derartige existenzielle Fragen aufwirft, ist auf jeden Fall einen Test wert.

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Die Grafik ist gewohnt verspielt, wie man es von großen SNES Adventures gewohnt war. Animationen laufen recht flüssig, das Kampfsystem ist leicht verständlich und lässt sich überraschend ausschweifend erweitern und auch das Gegnerrepertoire ist auch sehr ansprechend: Man begegnet von Zombies über Feuergeister, bis hin zu übergroßen Steinmonstern namens Geoblastern so ziemlich allem, was in SNES Grafik denkbar war.

Was genau macht also Terranigma zu einem Spiel, das man auf jeden Fall mal gespielt haben sollte? Eine großartig fesselnde Story, mehrere überraschende Plotturns, wundervolle Animationen, ein Schwierigkeitsgrad der zwischen einfach bis schwierig alles zu bieten hat, was einem am Spielen hält, einen aber auch nicht zu sehr vom Weiterspielen abschreckt. Für alle Zelda oder Secret of Mana Fans sollte Terranigma ein Spiel sein, das man auf jeden Fall einmal gespielt haben sollte.