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26 games – O wie Obscure II

26 games ist ein Projekt von arrcade.de – jeden Sonntag gibt es einen Buchstaben, der für den Anfangsbuchstaben eines Spiels steht. Egal ob Anekdote, Video, Gedicht oder Gedanke – alles ist erlaubt. Heute: O – wie Obscure II.

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Das Leben eines Studenten ist schon echt anstrengend: Party machen, feiern bis der Arzt kommen, mal nen Johnny rauchen, wieder undone kommen, und das Ganze am nächsten Tag forsetzen. Und so, hat man das Gefühl, ist auch der Alltag der Studenten der Fallcreek University. Viel sieht man hier vom Lernen nicht, bei all dem Rauch, all den Flaschen (Achtung Wortspiel) und all den hübschen Frauen. Und wie im Vorgängerspiel tauchen plötzlich unzählige Monster auf einer Party auf – sind das wirklich Monster? Oder habe ich nur zuviel geraucht?

Wir alle kennen Survival Horror Games in denen ein Zombievirus ausbricht, man in einen Guerillakrieg verwickelt wird oder in denen schlicht und ergreifend Aliens und andere Kreaturen die Erde angreifen. Aber Drogen? Auf faszinierende Art und Weise stellt Obscure immer wieder die Frage: Ist das alles hier real? Zwar gab es schon in anderen Spielen Verwirrtechniken, die daraufhin deuten sollten, dass der Realitätsfaktor der Szenerie etwas verschwommen sei (z.B. Silent Hill 3 oder Resident Evil Zero), jedoch wurden die Details nicht so liebevoll in ein Gesamtkonstrukt verwickelt wie bei dieser Spielreihe.

Ein sehr schönes Feature dieses Spiels ist deswegen auch der Mehrspielermodus. Jeder Charakter, der von einem Mitspieler gespielt werden kann, verfügt über gewisse Fähigkeiten, wie Schlösser zu knacken oder analytisch feinste Spuren zu entdecken (hierbei werden mit den typischen Klischees wie dem Gangster und dem Science Club Mitglied gespielt – genial) – und nur mithilfe dieser Fähigkeiten lassen sich Rätsel lösen. Ein großer Makel ist jedoch nach wie vor die Steuerung im Mehrspielermodus, nicht zuletzt, dank der Kameraführung, die der zweite Spieler übernimmt, während der erste Spieler schießt. Das kann jedoch nach einigem Üben auch ganz lustig sein oder dazu führen, dass man kein Wort mehr mit seinen Freunden wechselt.

Über eines lässt sich jedoch nicht meckern: Über die Story. Diese war für damalige Verhältnisse, auch bei unrealistischen Ereignissen, sehr tief und fest und lies den Spieler nicht los, auch wenn einige Passagen hochgradig frustrierend erschienen. Nicht zuletzt dank des grandiosen Soundtracks: Einer Mischung aus Horrormusik und alchemistischen Gesängen, die die obskure Situation des Spiels noch besser und wirkungsvoller festhalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Obscure II ein Coop-Survival-Game ist, wie es im Buche steht: Man muss fest und eng zusammen arbeiten, darf kein Detail vernachlässigen um im Spiel am Leben zu bleiben. Für alle, die dieses Spiel noch nicht kannten und derzeit auf der Suche nach oben beschriebenem Spielerbnissen sind, ist Obscure II definitiv die richtige Wahl.

Übrigens suche ich immer noch einen männlichen Partner für ein Let’s Play Together… leider möchte sich den Horror niemand freiwillig antun.