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26 games – B wie Bully, die Ehrenrunde

“Wenn Du einen Tag ein Kerl wärst, was würdest du machen? Deinen Namen in den Schnee pinkeln?”

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26 games ist ein Projekt von arrcade.de – jeden Sonntag gibt es einen Buchstaben, der für den Anfangsbuchstaben eines Spiels steht. Egal ob Anekdote, Video, Gedicht oder Gedanke – alles ist erlaubt. Heute: B wie Bully die Ehrenrunde – ein Spot-On.

Ich weiß zwar nicht, wer Frauen diese Antwort ganz gern mal in den Mund legt, aber die Wahrheit ist doch: Wir würden Mädchen aufreißen, uns der coolsten Gang anschließen, mit Sprengstoff experimentieren, andere Jungs in Spinte stecken und den Unterricht schwänzen – machen wir uns nichts vor. Und “Bully – die Ehrenrunde” bietet genau das passende Szenario, um diese Wunschvorstellung  auszuleben.

Das Spiel spielt in der beschaulichen Bullworth Academy und drum herum. Es ist sozusagen das GTA für prepubertäre Chemielaborzerstörer. Der Protagonist Jimmy wird von seiner Mutter auf eine Eliteschule geschickt. Soweit schön und gut und klar sind gute Noten in der Wandelgeschichte eines kleinen Jedis immer gut und wichtig, um neue Skills und Abilities zu bekommen, aber es gibt auch eine Welt fernab von all dem Frieden der Minigames im Biologieunterricht. Ja, ich verspreche hierbei nicht zu viel, wenn ich sage: Neben “Frösche sezieren” und mit seinem Allgemeinwissen glänzen, gilt es, Spaß zu haben. Und wie erreicht man das als junger Mann, dem ein Vollbart noch in weiter Ferne steht? Man rebelliert.

Ob man nun andere Gangmitglieder verprügelt, ihnen die Unterhose “die Kimme langzieht” oder versucht sich im Chemielabor ein paar Stinkbomben zu basteln, um damit Lehrer zu terrorisieren: In “Bully – die Ehrenrunde” sind die Vorstellungen grenzenlos – natürlich aus der Sicht eines rebellierenden Teenagers. Man muss Punkte sammeln, indem man bei Mädchen landet, Geld abknöpft und von den anderen Schülern der Schule – und der Stadt- respektiert und gefürchtet wird. Man bekommt schnell den Anschein, dass das Areal sichtlich begrenzt ist, was aber für Teenager ein durchaus realistisches Szenario darstellt (Wer hatte in der Schule schon ein Auto oder genug Geld um ständig in Nachbarstädte zu reisen?). In eben diesem Areal gibt es so unzählige Aufgaben zu erleben. Die Entwicklerideen reichen hierbei von dem Überstehen einer Halloweenparty an der Schule bis hin zu Wettrennen auf dem Fahrrad, bei dem man seine Kontrahenten durch unfaire Mittel ausschalten muss. Die Grenzen sind hierbei jedoch spätestens beim Bartwuchs gesetzt – davon abgesehen spielt sich das Spiel herrlich einfach. Die Steuerung, besonders für die Wii ist überraschend präzise und wird auch bei mehrstündiger Spielaction nicht nervig. Die Grafik hat einen schönen Stil, der für 2008 wirklich akzeptabel war.

Natürlich bekommt man in diesem Spiel kein Freiheitsgefühl, wie es einem die GTA Serie vermittelt hatte (auch wenn es aus dem Hause Rockstar Games stammt), aber dennoch muss man sagen, dass dieses doch recht unbekannte Spiel mit kleinen Extras und Sidequest gespickt war, sodass man wirklich wochenlang Spaß damit haben konnte. Ich hoffe dieses kleine Spot-On hat euch ein bisschen Lust darauf gemacht, euch das Spiel mal näher anzusehen.